Chirurgische Instrumente: Unser FAQ
Fünf häufig gestellte Fragen zu Aufbau, Einsatz und Aufbereitung chirurgischer Instrumente
Chirurgische Instrumente entscheiden über die Sicherheit, die Präzision und vor allem den Erfolg operativer Eingriffe. Jedes einzelne Medizinprodukt, das in der Chirurgie zum Einsatz kommt, muss daher höchsten Qualitätsstandards entsprechen, vom Material über die Form bis hin zu Aufbereitung und Verpackung. Aber welche Medizinprodukte zählen überhaupt zu den chirurgischen Instrumenten? Werden sie ausschließlich im Operationssaal benutzt und wie werden nach einer OP korrekt aufbereitet? Was unterscheidet „chirurgischen Stahl“ von anderen Edelstahlsorten? Und warum haben manche chirurgischen Instrumente einen goldenen Griff?
Sie haben die Fragen, wir liefern die Fakten. In diesem Beitrag beantworten die Expert:innen von Wörner Medical fünf der am häufigsten gestellten Fragen zu chirurgischen Instrumenten.
1. Was gehört alles zu den chirurgischen Instrumenten?
Als „chirurgische Instrumente“ werden alle Medizinprodukte bezeichnet, die im Kontext operativer Eingriffe zum Einsatz kommen. Das bedeutet, dass es sich hierbei um einen Sammelbegriff handelt, dem je nach Kontext eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente zugeordnet werden können. Anhand ihrer Funktionen lassen sie sich chirurgische Instrumente in sechs verschiedene Gruppen einteilen:
Schneideinstrumente, z.B. Skalpelle oder chirurgische Scheren
Greif- und Halteinstrumente, z.B. Zangen und Pinzetten
Naht- und Wundverschlussinstrumente, z.B. Nadeln und Klemmen
Inspektionsinstrumente, z.B. Spiegel und Endoskop
elektrische Instrumente, z.B. Bohrer oder Laser
weghaltende, d.h. retrahierende Instrumente wie die Wundhaken und Spreizer, die die Wunde während der Operation geöffnet halten
Je nach Eingriff kann ein- und dasselbe chirurgische Instrument jedoch verschiedene Funktionen erfüllen. Ein Beispiel hierfür liefern chirurgische Pinzetten wie die Tekno-Medical Adson-Pinzette Premium 12 cm: Sie können einerseits zum Greifen eingesetzt werden – etwa um einen Fremdkörper aus einer Wunde zu entfernen. Andererseits eignen sie sich aber auch als retrahierende Instrumente, mit denen die Wundränder während einer Operation gehalten und zur Seite gezogen werden können.
Alternativ können chirurgische Instrumente auch nach ihren Einsatzbereichen geordnet werden. In dieser Systematik gibt es meist eine Gruppe von „Instrumenten für die allgemeine Chirurgie“, die Medizinprodukte wie Skalpelle, Scheren und Klemmen, Nadeln, Kanülen und Nadeln umfasst, die in vielen verschiedenen Operationskontexten benötigt werden. Darüber hinaus verfügt jede Fachrichtung der Chirurgie über Spezialinstrumente, die nur – oder zumindest vorrangig – hier zum Einsatz kommen. Ein Beispiel hierfür wäre das Nasen-Spekulum, das vorrangig in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gebraucht wird.
2. Werden chirurgische Instrumente nur im OP benutzt?
Keineswegs! Zum einen gibt es eine Vielzahl chirurgischer Eingriffe, die nicht im Operationssaal einer Klinik, sondern ambulant in einer Facharztpraxis stattfinden. Ein typisches Beispiel dafür wäre die Exzision eines Muttermals – ein meist kleiner operativer Eingriff, wie er in Dermatologie tagtäglich durchgeführt wird. Auch hierfür werden chirurgische Instrumente eingesetzt, etwas das Skalpell, mit dem das Muttermal entfernt wird, oder die Nadel, die es braucht, um die Wunde anschließend zu nähen.
Zum anderen kommen viele Medizinprodukte, die im Kontext einer Operation als chirurgische Instrumente dienen, auch in vollkommen anderen Bereichen von Medizin und Pflege zum Einsatz – etwa die chirurgische Schere spitz/stumpf 14,5cm, gerade. Eine scharfe Schere wie diese kann u.a. eingesetzt werden, um bei einer Operation Gewebe und sogar feine Blutgefäße sauber zu durchtrennen – übrigens in der Humanmedizin genauso wie in der Veterinärmedizin. Dieselben chirurgischen Scheren finden aber auch in medizinischen Laboren Anwendung, denn aufgrund ihrer scharfen Schneiden sind sie z.B. ideal dafür geeignet, Gewebeproben zuzuschneiden.
3. Aus welchen Materialien werden chirurgische Instrumente hergestellt?
Wer an chirurgische Instrumente denkt, denkt meist an Stahl – und das aus gutem Grund. Mehrweginstrumente für die Chirurgie bestehen nahezu ausnahmslos aus sogenanntem chirurgischem Stahl. Dieser besondere Edelstahl zeichnet sich durch einen hohen Chromgehalt aus, der ihn rostfrei und ausgesprochen widerstandsfähig macht. Außerdem ist seine Oberfläche nicht porös, sondern glatt. Das sorgt für maximale Hygiene und erleichtert die sterile Aufbereitung. Selbst Einweginstrumente für die Chirurgie werden meist aus chirurgischem Stahl hergestellt. Typischerweise wird hierfür allerdings eine etwas weniger harte Stahlqualität verwendet, deren Verarbeitung weniger kosten- und ressourcenintensiv ist.
Darüber hinaus kommen bei operativen Eingriffen aber auch oft Medizinprodukte zum Einsatz, die vollständig oder zumindest teilweise aus anderen Materialien bestehen. Ein typisches Beispiel hierfür sind Spritzen, Instrumententabletts oder die bunten Kappen, die den Durchmesser einer Kanüle anzeigen: Sie werden allesamt aus Kunststoff gefertigt, können aber trotzdem zu den chirurgischen Instrumenten gezählt werden, wenn sie für eine Operation eingesetzt werden.
4. Wie werden chirurgische Instrumente aufbereitet?
Nicht alle chirurgischen Instrumente werden nach Gebrauch aufbereitet. Einweginstrumente werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt – meist in speziellen stichfesten Behältern, um zu gewährleisten, dass sich niemand an Klingen, Kanülen oder Nadeln verletzen kann. Kommen bei einer Operation sowohl Einweg- als auch Mehrweginstrumente zum Einsatz, müssen diese nach Ende des Eingriffs daher zunächst voneinander getrennt werden.
Chirurgische Mehrweginstrumente werden steril aufbereitet, entweder innerhalb der Praxis bzw. Klinik oder durch ein entsprechend spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen. Wie die Aufbereitung chirurgischer Instrumente im konkreten Einzelfall abläuft, kann je nach Einrichtung, Eingriff und Kontaminationsrisiko variieren. Sie umfasst aber mindestens vier Schritte. Zuerst erfolgen Reinigung und Desinfektion sowie eine eingehende Inspektion, bei der all jene chirurgischen Instrumente aus dem Verkehr gezogen werden, die beschädigt wurden oder Wartung benötigen. Bei einer Biopsiezange nach Alexander wird in diesem Arbeitsschritt z.B. überprüft, ob sie vollständig schließt und ob das Gelenk geölt werden muss, um auch weiterhin maximale Präzision zu gewährleisten. Anschließend werden alle intakten chirurgischen Instrumente sterilisiert – thermisch oder chemisch – und so verpackt, dass sie bis zum nächsten Eingriff steril gelagert werden können.
5. Warum haben manche chirurgischen Instrumente einen goldenen Griff?
Der goldene Griff ist bei chirurgischen Instrumenten ein optischer Marker. Er zeigt auf einen Blick, dass es sich um Mehrweginstrumente handelt, die nach Gebrauch nicht entsorgt, sondern aufbereitet werden sollen. Gleichzeitig steht der goldene Griff aber auch für Qualität: Diese Instrumente bestehen aus hochwertigem chirurgischem Stahl, der an allen besonders beanspruchten Stellen zusätzlich mit Hartmetall verstärkt wurde. Das macht sie widerstandsfähiger, langlebiger und sorgt sogar dafür, dass Klingen langsamer stumpf werden. Eine chirurgische Schere mit Goldgriff muss daher z.B. seltener nachgeschliffen werden, um eine gleichbleibend hohe Schnittqualität zu gewährleisten.
Zwar werden diese chirurgischen Instrumente im medizinischen Alltag oft als „Goldgriff-Instrumente“ bezeichnet, doch ihre charakteristische Farbe verleiht ihnen nicht Gold, sondern ein kleiner Messing-Anteil. Hier geht es schließlich nur um die Signalwirkung, das bunte Metall hat keinen praktischen Nutzen für den Eingriff. Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass Gold ein weiches Metall ist – für die Herstellung besonders haltbarer und präziser chirurgischer Instrumente ist es ungeeignet.
Chirurgische Instrumente für jeden Bedarf – bei Wörner Medical
Ob Praxis, Klinik oder Labor: Wir bieten Ihnen ein großes Sortiment an chirurgischen Instrumenten für jeden Fachbereich. Neben hochwertigen Einwegprodukten finden Sie bei Wörner Medical auch wiederverwendbare chirurgische Instrumente sowie Instrumententabletts und sterile Tischbezüge, mit denen Sie ein ebenso komfortables wie sicheres Arbeitsumfeld schaffen. Und wenn Sie möchten, helfen wir Ihnen auch gern dabei, passgenau auf die operativen Eingriffe in Ihrer Einrichtung zugeschnittene Materiallisten zu erstellen. Kontaktieren Sie unser Service-Team per E-Mail unter info@woernermedical.de oder telefonisch unter der Rufnummer 07121 – 696 20 50: Wir freuen uns auf Sie!